Die Geschichte des Zwiebelmarktes

Wie entstand das beliebte Volksfest im Herzen Griesheims?

Der Griesheimer Zwiebelmarkt hat den Ruf Jung und Alt, Feierfreudige und Bummler gleichermaßen anzuziehen. Das Heimatfest hat sich weit über die Grenzen Griesheims einen Namen gemacht, und avancierte zu einem festen und beliebten Termin im Veranstaltungskalender der Region. Dabei existiert das Heimatfest erst seit 1977.

Damals, am 20. Juli, beschloss die Stadtverordnetenversammlung endlich ein Fest aus der Taufe zu heben, dass Alt- und Neubürger einander näher bringen, Griesheimer Traditionen darstellen und bewahren sollte. Als geistige Väter gelten der damalige Stadtrat Reinhard Andrae, Helmut Kleinböhl und Bürgermeister Hans Karl. Der erste Festtitel „Griesheimer Woche“ musste sehr bald dem heutigen „Griesheimer Zwiebelmarkt“ aus naheliegendem Grund weichen. Des Weiteren sollte sich dieses Fest auf das Brauchtum im 19. Jahrhundert beziehen, wonach man im November in der Oberndorferstraße einen Markt veranstaltete, der als besonderer Höhepunkt des ländlichen Lebens galt. Besonderes Augenmerk für die Gestaltung des Zwiebelmarktes oblag allen Vereinen und Verbänden der Gemeinde. Sie sollten während der Festtage eine eigene Plattform erhalten, um sich selbst präsentieren zu können.

Ein Jahr später wurde von der Sport- und Kulturkommission und dem Magistrat ein erstes Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Allerdings war man sich zu dieser Zeit der Schwierigkeit bewusst, dass es nicht leicht werden würde, einem Volksfest, das noch keine Tradition hat, einen festen Platz zuzuordnen.

Mit der Einweihung der Hegelsberghalle am 01. September 1978 wurde der erste Zwiebelmarkt eröffnet, der ganze zehn Tage andauerte. Neben politischer Prominenz, unter anderem der damalige Hessische Ministerpräsident Holger Börner, nahmen zahlreiche Griesheimer an dieser Festpremiere teil.

Bereits im darauf folgenden Jahr wurde das Programm des Zwiebelmarktes auf vier Tage zusammengefasst. Außerdem wurde das Geschehen rund um den Georg-Schüler-Platz verlegt, wo ein großes Festzelt aufgestellt wurde. Zum ersten Mal wurde ein Gemarkungsrundgang und ein Schulwandertag für die vierten Grundschulklassen initiiert, die sich nach wie vor großer Beleibtheit erfreut. Ebenfalls neu: In der Hegelsberghalle stellten sich Griesheimer Musiktalente vor.

Schon im Jahr 1980 war man stolz auf die große Resonanz des Zwiebelmarktes und hielt daher an dem gestrafften Programm fest, lediglich das Festzelt wurde in den Schulhof der Friedrich-Ebert-Schule verlagert.
Aufgrund wachsendem Interesses wurde 1982 ein Zwiebelmarkt-Komitee gebildet, dem neben kommunalen Vertretern auch die Vorsitzenden örtlicher Vereine angehörten. Zu den ersten Entscheidungen des Komitees gehörten eine erneute Verlagerung des Festzeltes neben das Georg-August-Zinn-Haus, der Georg-Schüler-Platz wurde in das Geschehen miteinbezogen und der Zwiebelmarkt wurde bis zur Hofmannstraße ausgedehnt. Veränderungen, die sich auszahlten: Das Volksfest notierte in diesem Jahr den ersten Besucherrekord.

Das junge Gremium entwickelte eine Marktordnung und regelte von nun an die Platzgebühren, die 1983 in Kraft traten. In diesem Jahr richtete der Griesheimer Kulturverein eine archäologische Ausstellung mit Funden aus dem fränkischen Gräberfeld aus. Zudem wurden die Räume des Georg-August-Zinn-Hauses in die Festivitäten miteinbezogen. 1984 wurde die Polizeistunde auf zwei Uhr nachts festgelegt. Die inzwischen im Besitz der Stadt Griesheim befindliche Heag-Halle wurde 1985 als Festzelt umfunktioniert und das Festgelände wurde erneut bis zur Wagenhalle ausgedehnt. Ein neuer Besucherrekord wurde verzeichnet.

Zum ersten Mal wird der Zwiebelmarkt 1986 vom amtierenden Bürgermeister Norbert Leber eröffnet. Drei Jahre später kürten die Griesheimer ihre erste Zwiebelkönigin und es meldeten sich so viele Besucher zum Grenzgang an, wie nie zuvor: 700 Griesheimer marschieren durch die Gemarkung.

Mit dem neuen Feiertag „Tag der deutschen Einheit“ begann der Markt zum ersten Mal bereits an einem Mittwoch und dauerte 1991 somit einen Tag länger. Außerdem öffneten die Griesheimer Geschäfte im Einzugsbereich des Festes erstmals an einem Sonntag. Der Zwiebelmarkt erfreute sich stetig wachsender Beliebtheit. Sogar das hessische Fernsehen wurde aufmerksam, und übertrug 1992 die Eröffnung des Festes durch das 2. Griesheimer Nachwuchsfestival. Im Jahr 1999 wurde der „Griesheimer Zwiebelmarkt“ und das dazugehörige Erkennungszeichen mit den „lachenden Zwiebeln“ beim Patent- und Markenamt München rechtlich geschützt.